Ausgefragt Teil 4
Jakob:
Warum schreiben Sie Kinder- und Jugendbücher und keine Bücher für Erwachsene?
Boris Pfeiffer:
Das liegt wohl daran, dass ich einen Blick auf die Welt habe, der sich gut mit einem Kinderblick vergleichen lässt. Ich nehme nicht viel als selbstverständlich oder fest zementiert hin. Ich kann mir viele Dinge auch anders vorstellen, als sie sind oder getan werden.
Außerdem habe ich einen Sinn für Gerechtigkeit und ich denke, den haben Kinder auch. Genauso wie ein Gewissen. Natürlich haben das nicht nur Kinder, aber wie es mir scheint, Kinder doch mitunter lebendiger und maßgeblicher als einige Erwachsene.
Ich glaube auch nur bedingt an sogenannte Sachzwänge, also dass man so und so entscheiden müsse, weil es angeblich keine andere Wahl gäbe. Das ist grundsätzlich falsch. Es gibt immer im Leben mehr als eine Wahlmöglichkeit, nur trauen sich die Menschen manchmal nicht, sich das einzugestehen und vor Augen zu halten.
Ich glaube dagegen sehr wohl daran, dass Träume wahr werden können.
Das Erwachsenenleben verbiegt uns Menschen oft und macht uns seelisch oder was den Mut angeht etwas mickeriger, als wir es eigentlich als Kinder waren. Wenn man jung denkt, richtet man sich unter Umständen wieder auf. Man traut sich dann mehr. Und das ist schön und lebendig.
In Kinderbüchern kann ich eine einfache, klare Sprache schreiben, ich muss es sogar, sonst werden die Bücher nicht verstanden.
Und alle meine Charaktere in meinen Büchern, wie „Das Wilde Pack“, „Die Akademie der Abenteuer“ oder „Unsichtbar und trotzdem da!“ haben eines gemeinsam – sie gestalten ihre Welt.
Was die Erwachsenenliteratur angeht, habe ich die auch schon geschrieben. Viele meiner Gedichte sind für Erwachsene. Ich habe auch Erwachsenengeschichten geschrieben, aber die liegen alle in ein paar großen Körben oder sind auf alten Disketten vergraben. Es gibt auch Ideen für Erwachsenenbücher, die mich seit längerem begleiten. Und natürlich habe ich Theaterstücke für Erwachsene gemacht.
Ich kann mein Schreiben auch nicht so komplett einzäunen, das ist für die ganz Kleinen oder die Älteren oder nur für die Großen.
Meistens finden die Großen in meinen Büchern für die Kleinen etwas, das sie mögen. Zumindest ist das so beim „Wilden Pack“, „Unsichtbar und trotzdem da!“ und bei „Die Akademie der Abenteuer“.

Robin:
Hätten Sie gerne in der Vergangenheit gelebt? Und wenn ja, in welcher Zeit?
Boris Pfeiffer:
Die Vergangenheit interessiert mich vor allem als Zeitreisender. Genauso, wie die Erde mich als Ganzes interessiert und nicht nur ein Ort.
Allerdings habe ich eine Traum. Ich würde gerne einmal um das gesamte Mittelmeer reisen. Und wenn ich das zudem als Zeitreisender tun könnte, hätte ich nichts dagegen.
Einiges davon werde ich in den vier Bänden der Akademie getan haben, wenn sie alle geschrieben sind.
Außerdem will ich zu der Erfindungen des alten China (besonders zum Feuerwerk), auf die hölzerne Etzelburg, zum Reitervolk der Skythen, den Wikingern, als sie ihre Schiffe über Land schleppten und zu den Indianern. Und ich will mir die echte Sintflut ansehen.

Viele Grüße
Euer Boris Pfeiffer
P.S.: Mehr über mich und meine Bücher findet ihr auf www.borispfeiffer.de
